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Vorbeugung und Prävention

Um Suchtgefährdungen im Betrieb vorzubeugen, werden Strategien (also langfristig angelegte Vorgehensweisen) der Prävention (Schadensvermeidung) und der Gesundheitsförderung (Förderung von Ressourcen) verknüpft. Das bedeutet: Einerseits werden in Betrieben Maßnahmen ergriffen, die der Einschränkung des Suchtmittelkonsums und der Verringerung von Risiken am Arbeitsplatz dienen. Zum anderen wird die Stärkung persönlicher und sozialer Fähigkeiten gefördert. Betriebe und Unternehmen unterstützen aktiv, dass ihre Mitarbeiter verantwortungsbewusste Einstellungen und Verhaltensweisen entwickeln.

 



 

Bereiche suchtpräventiver Arbeit

Vorbeugende Maßnahmen können danach unterschieden werden, ob es sich um suchtmittelspezifische bzw. suchtbezogene Präventionsmaßnahmen handelt oder um Maßnahmen übergreifender Prävention.

Beide Bereiche unterscheiden sich außerdem in der Ausrichtung, entweder als „verhaltensorientierte“ oder „verhältnisorientierte“ Prävention: Auf das Verhalten ausgerichtete Prävention zielt darauf ab, eine Verhaltensänderung bei den Personen der Zielgruppe zu erreichen. Auf die Verhältnisse ausgerichtete Prävention hingegen schafft Strukturen und Rahmenbedingungen, die dem Suchtmittelkonsum allgemein vorbeugen sollen.

 

Quelle: Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011): Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis. S.13

 

Verhältnisorientierte Suchtprävention

Verhältnisorientierte Prävention wirkt, indem bestimmte Rahmenbedingungen und Strukturen geschaffen werden. Die Einschränkung der Verfügbarkeit beispielsweise ist eine suchtmittelspezifische bzw. suchtbezogene Maßnahme, etwa indem in der Kantine keine alkoholischen Getränke verkauft oder alkoholfreie Getränke angeboten werden. Weitere Wirkung erzielt verhältnisorientierte Prävention durch den Abbau konsumfördernder Arbeitsbedingungen. Zu diesen gehören vor allem stressbelastete Tätigkeiten mit hohen Anforderungen, aber geringem Spielraum und einem Mangel an Wertschätzung. Diese sind in vielen Fällen mit einem höheren Suchtmittelkonsum verbunden.

Übergreifende Prävention umfasst Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen für ein allgemein gesundheitsorientiertes Betriebsklima schaffen und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen abbauen.

Der Arbeitgeber ist nach dem Arbeitsschutzgesetz zur Prävention und zum Abbau gesundheitlicher Gefährdungen am Arbeitsplatz verpflichtet; Mitarbeiter sollen ihn dabei unterstützen. Insbesondere Fach- und Führungskräfte sind für diese Aufgaben noch stärker zu sensibilisieren, also empfänglich zu machen. Die Unternehmensführung spielt hierbei eine besondere Rolle, da sie die notwendigen Entscheidungen treffen kann, aber auch maßgeblich beteiligt ist, den Präventionsgedanken in der Unternehmenskultur zu verankern. Unterstützung hierbei können unter anderem Kranken- und Unfallkassen geben.

 

Verhaltensorientierte Suchtprävention

Auch auf verhaltensorientierter Ebene lässt sich suchtmittelspezifische bzw. suchtbezogene Vorbeugung von der übergreifenden Prävention unterscheiden. Gemeinsam ist beiden Formen, dass sie eine Einstellungs- bzw. Verhaltensänderung aller zum Ziel haben. Maßnahmen, Botschaften und Aktionen richten sich entweder an die Allgemeinheit oder an bestimmte Zielgruppen.

Bei suchtmittelspezifischer bzw. suchtbezogener Prävention handelt es sich um Maßnahmen im Betrieb, die mehrere Wege gehen:

  • Erstens dienen sie der Information und Aufklärung,
  • zweitens weisen sie auf bestimmte Risiken im Zusammenhang mit Suchtmittelgebrauch hin,
  • drittens machen sie auf eine Suchtgefährdung aufmerksam und
  • viertens legen sie die Ziele von Prävention und Hilfe dar.

Weiterhin zählen konkrete Angebote zur individuellen Verringerung des Konsums hinzu, ebenso die Durchführung von Seminaren. Diese sollen insbesondere zur Sensibilisierung und Qualifizierung, also verbesserter Befähigung von Multiplikatoren wie z. B. Führungskräften beitragen.

Bei der übergreifenden Prävention steht im Vordergrund, die Gesundheitskompetenz der Mitarbeiter zu fördern. Diese werden über die vorbeugenden Aspekte von Fitness, Bewegung und gesunder Ernährung informiert, auch bietet das Unternehmen Gesundheitscoaching und Gesundheitschecks an. Durch Präventionsmaßnahmen erlernen die Zielgruppen darüber hinaus Vorgehensweisen zur Stressbewältigung und Konfliktmanagement (Maßnahmen zur Lösung von persönlichen Konflikten zwischen verschiedenen Personen). Die verhaltensorientierte übergreifende Prävention setzt an individuellen Faktoren an, die einen Suchtmittelgebrauch begünstigen können. Gesundheitskompetenz bedeutet aber auch die Fähigkeit, Einfluss auf die soziale Umwelt zu nehmen, um selber gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen mitzugestalten.