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 Forum 104 "Sucht und Arbeit"

Ein reguläres Arbeitseinkommen ist wesentliche Voraussetzung für Teilhabe. Arbeit stärkt die Persönlichkeit, fördert Selbstwert, Unabhängigkeit und Autonomie. „Recht auf Arbeit“ und „Rehabilitation vor Rente“ sind wichtige Grundsätze unseres sozialen Sicherungssystems. Allerdings ist der Gesundheitszustand Arbeitsuchender schlechter als bei Erwerbstätigen: Arbeitslose haben eine größere Krankheitsbelastung als Erwerbstätige. Zudem sind psychisch Kranke, insbesondere Suchtkranke, häufiger arbeitslos und beziehen Einkommen nach ALG-I und nach ALG-II. Vor diesem Hintergrund werden in dem Forum „Sucht und Arbeit“ aktuelle Untersuchungsergebnisse präsentiert. Zur Diskussion stehen daraus abgeleitet Themen der Kooperation und des Schnittstellenmanagements, der Integration und Aktivierung erwerbsloser Suchtkranker sowie die Re-Integration und (Wieder-)Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nach einer Rehabilitation. 

 

Jutta Henke stellt Ergebnisse der Studie „Erhebung von Ansätzen guter Praxis zur Integration und Aktivierung suchtkranker Leistungsberechtigter nach dem SGB II“ vor. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wurde zum zweiten Mal nach 2008 untersucht, welche Angebote die Jobcenter den Menschen mit Suchtgefährdung oder Suchterkrankung im Rahmen des SGB II machen. Insbesondere die Frage, wie sie die Schnittstelle zum (lokalen) Gesundheitssystem gestalten, war darüber hinaus Gegenstand von vertiefenden Fallstudien.  

Zwischen Arbeitsmarktintegration und sozialer Teilhabe - wie unterstützen die Jobcenter suchtkranke Menschen?
Jutta Henke, GISS – Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V., Bremen.
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Prof. Dr. Andreas Koch greift den Aspekt der beruflichen Re-Integration nach der Rehabilitation auf. Wesentliches Ziel der medizinischen Rehabilitation ist die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Auswertungen von Verbandsdaten zeigen einen positiven „Netto-Beschäftigungseffekt“ bei der beruflichen Re-Integration nach der Rehabilitation sowie einen stabilisierenden Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit und Abstinenz.

Abstinenz und berufliche Re-Integration nach der Rehabilitation.
Prof. Dr. Andreas Koch, DHS-Vorstand, Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V., Kassel.
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Forum 203 "Sucht und Kündigung"

Wenn Alkohol oder andere Drogen am Arbeitsplatz im Spiel sind, wird häufig auch die Frage gestellt „Droht jetzt eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses?“. Das Thema beschäftigt betroffene Mitarbeitende und deren Kolleginnen und Kollegen in Unternehmen und Verwaltungen gleichermaßen wie Arbeitgeber. In dem Forum soll die Rechtslage genauer betrachtet werden und dabei in den Vordergrund gestellt werden, welche Interessen, Rechte und Pflichten aufeinandertreffen, wenn Alkohol während der Arbeitszeit konsumiert wird. Die Frage taucht ebenso häufig auf, wenn Alkoholkonsum zu einer Abhängigkeit geführt hat. Kann eine Krankheit oder daraus folgendes Verhalten Grundlage eines Kündigungsverfahrens sein?

 

Dr. Reinhard Künzl befasst sich in seinem Vortrag mit den arbeitsrechtlichen Folgen einer Suchterkrankung. Dabei ist sowohl aus Sicht von Betroffenen als auch aus Sicht des Arbeitgebers der Frage nachzugehen, welche Auswirkungen eine Abhängigkeit und eine längere Abwesenheit auf das Arbeitsverhältnis haben (können). So kann die Sucht die Arbeitssicherheit, aber auch das Arbeitsergebnis, also die Verwertbarkeit der Arbeitsleistung beeinträchtigen. Andererseits muss der Ausfall eines Arbeitnehmers, etwa während einer Therapie, ggf. im Betrieb ausgeglichen werden. Die Vergleichbarkeit oder die Unterschiede einer „suchtmittelbedingten“ Kündigung gegenüber einer Kündigung wegen einer chronischen Erkrankung werden betrachtet. Dabei wird auch die Gefahr eines Rückfalls trotz aller Präventionsmaßnahmen und aller Vorsicht zu berücksichtigen sein. Auch hier ergeben sich Fragen bezüglich einer Kündigung. Zudem wird ein Blick auf das betriebliche Eingliederungsmanagement sowie zu beteiligende betriebliche Funktionsträger gerichtet.

Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei Suchtmittelabhängigkeit eines Arbeitsnehmers.
Dr. Reinhard Künzl, Landesarbeitsgericht München, Nittendorf.
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Dr. Jürgen Fleck greift den Aspekt akuter Gefährdungen durch den Einfluss von Suchtmitteln auf. Er stellt den arbeitsrechtlichen Rahmen dar und erläutert, welche Konsequenzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dieser Gefährdung folgen können. Gefährdungssituationen möglichst zu verhindern, ist eine Pflicht des Arbeitgebers, sie leitet sich aus der Fürsorgepflicht und dem Arbeitsschutzgesetz ab. Die Verantwortung des Arbeitgebers, wie auch die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, sind Gegenstand des Arbeitsschutzes. Das Handeln insbesondere Vorgesetzter in Akutsituationen - beispielsweise Entfernung vom Arbeitsplatz - wird dargestellt. In diesem Zusammenhang erörtert Dr. Fleck das Persönlichkeitsrecht. Nicht zuletzt werden die rechtlichen Folgen dargestellt, wenn es - trotz aller Prävention - zu Arbeitsunfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss kommt und zwar sowohl unter haftungs- als auch kündigungsrechtlichen Aspekten.

Gefahren durch Suchtmittelkonsum - Fürsorge und Arbeitsschutz contra Persönlichkeitsrecht.
Dr. Jürgen Fleck, Kanzlei Fleck, Riedel, Stegenwallner, Berlin.
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Falls Sie Interesse an weiteren Präsentationen und Dokumentationen aus den anderen Foren haben, finden Sie diese auf der Internetseite der DHS.

www.dhs.de