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Das Klärungsgespräch

Das Klärungsgespräch dient dem Abklären von Gründen bei wiederholtem Vernachlässigen von arbeitsvertraglichen oder dienstrechtlichen Pflichten. Möglicherweise hängen die Auffälligkeiten im Verhalten mit Suchtmittelkonsum oder Suchtverhalten zusammen.

 



 

Anlass für ein Klärungsgespräch

Wiederholt sind arbeitsvertragliche oder dienstrechtliche Pflichten vernachlässigt worden und aufgefallen. Die Gründe für die Auffälligkeiten können Probleme im persönlichen, sozialen oder gesundheitlichen Bereich sein, sie können möglicherweise mit Suchtmittelkonsum oder Suchtverhalten zusammenhängen.

 

Ziel des Klärungsgespräches

Ziel des Klärungsgespräches ist es, eine Rückmeldung zu den Auffälligkeiten zu geben, Hintergründe für die Auffälligkeiten sollen abgeklärt werden. Außerdem werden Erwartungen an das zukünftige Verhalten benannt und konkrete Schritte vereinbart, damit es nicht zu weiteren Auffälligkeiten kommt. Durch die Führungskraft werden auch Beratungs- und Unterstützungsangebote aufgezeigt, die dem auffällig gewordenen Mitarbeiter von Unternehmensseite gemacht werden können.

 

Gesprächsführung

Zu den grundsätzlichen Regeln der Gesprächsführung gehört es, ein gutes Gesprächsklima zu schaffen. Auch beim Klärungsgespräch ist es wichtig, dass Führungskräfte erkennen lassen, dass sie sich um den Mitarbeiter Sorgen machen und Unterstützung anbieten. Es handelt sich um ein vertrauliches Gespräch, welches aber dokumentiert wird. Die Führungskraft fertigt eine Gesprächsnotiz an, die auch dem Beschäftigten ausgehändigt wird.

 

Inhalte

Im Klärungsgespräch benennt die Führungskraft die konkreten Vorfälle bzw. Auffälligkeiten und spricht Datum und Ort des beobachteten Vorfalls und dessen unmittelbare und mittelbare Auswirkungen an. Auch die Besorgnis über Probleme der beschäftigten Person wird zum Ausdruck gebracht. Die Führungskraft erläutert, dass aus dem Verhalten eine Vernachlässigung der Pflichten bzw. eine Störung des Arbeitszusammenhanges entsteht. Es werden die konkreten Erwartungen der Führungskraft an das weitere Arbeitsverhalten genannt.

Zur Vereinbarung konkreter Schritte gehört das Angebot von Unterstützung mit Hinweisen auf innerbetriebliche oder externe Beratungsmöglichkeiten und Hilfeangebote. Es wird auch ein Rückmeldegespräch vereinbart, das ca. 6-8 Wochen nach dem Klärungsgespräch stattfinden soll. Darin findet ein Austausch über die Entwicklung des Verhaltens statt.

Kommt es nach dem Klärungsgespräch nicht zu weiteren Auffälligkeiten, so wird dies im Rückmeldegespräch mitgeteilt und die positive Verhaltensänderung wird bestätigt. Kommt es dagegen erneut zu Vorfällen, werden Gespräche anhand des Interventionsleitfaden „Stufenplan“ durchgeführt. 
Hier gelangen Sie zum Stufenplan

 

Vorbereitung

Die Führungskraft wird in dem Gespräch die einzelnen Vorfälle ansprechen. Daher ist es sinnvoll, die einzelnen Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers sowie deren direkte und indirekte Folgen im Vorfeld des Gespräches schriftlich festzuhalten.

Seitens der Führungskraft sollte auch überlegt und notiert werden, was Gegenstand der „Klärung“ sein soll, d.h. welche Fragen dem Beschäftigten gestellt werden sollen und worin mögliche Gründe für die wiederholte Pflichtverletzung liegen.

 

Gesprächsleitfaden für das Klärungsgespräch

Quelle: Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011): Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis. S.124

 

Ablauf bei Vorfällen und auffälligem Verhalten

Quelle: Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011): Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis.

 


Literaturempfehlungen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2003)
Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung
4. erweiterte und überarbeitete Auflage
Schwabenheim a. d. Selz, 2003

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (2015) 
Suchtprobleme am Arbeitsplatz: Eine Praxishilfe für Personalverantwortliche 
9., aktualisierte Auflage, Hamm, März 2015
Online Verfügbar: Link zum PDF

Fleck, Jürgen (2002)
Rechtliche Praxis bei Drogenkonsum von Arbeitnehmern
In: Cannabis, Straßenverkehr und Arbeitswelt. Recht-Medizin-Politik.
Berlin; Heidelberg, 2002

Graefe, Bernd (2000)
Juristische Rahmenbedingungen im Umgang mit Suchtproblemen in der Arbeitswelt
In: Stand und Perspektive betrieblicher Suchtprävention und Suchthilfe
Oldenburg, 2000

Schumann, Günter (2004)
Gesundheitsförderliches Führungsverhalten und lösungsorientierte Interventionen am Arbeitsplatz
Oldenburg, 2004

Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011) 
Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Ein Leitfaden für die Praxis 
2., aktualisierte und ergänzte Auflage
Hamm 2011
Online Verfügbar: Link zum PDF