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Standards der Qualitätssicherung

Die Autoren der „Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe“ legen in ihrer Arbeit die Standards der Qualitätssicherung dar.


Qualitätssicherung im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sollte einen zentralen Stellenwert im betrieblichen Suchtpräventionsprogramm haben. Rahmenbedingungen für die Evaluation, z.B. Umfang, Indikatoren, zeitlicher Turnus, verantwortliche Personen sollten vom Steuerungsgremium konkret festgelegt werden
 


Die Evaluation sollte im Rahmen einer Selbstevaluation im Hinblick auf die vom Steuerungsgremium abgestimmten Ziele erfolgen.
 


Im Sinne eines Mindeststandards der Qualitätssicherung sollten im Verfahren der Selbstevaluation von dem Steuerungsgremium und/oder der internen Einrichtung für Suchtprävention und Suchthilfe bzw. externen Dienstleistern (jährliche) Berichte erstellt werden. Der Arbeitsbericht kann je nach Struktur der Einrichtung enthalten:

Ziele der betrieblichen Suchtprävention und Suchhilfe für den Berichtszeitraum

Auftrag der internen Einrichtung für Suchtprävention oder des externen Anbieters

Beratungsarbeit
- Art und Anzahl der Beratungsfelder
- Art und Anzahl der innerbetrieblichen Kontakte
- Auswertung der Schwerpunktthemen der Beratung und der Wirksamkeit

Vorbeugende Aktivitäten
- Informationstätigkeit, Präventionsarbeit, eingesetzte Materialien
- Art und Anzahl Informations- und Schulungsveranstaltungen
- Aktionen
- Auswertung der Akzeptanz und Wirkungen der vorbeugenden Aktivitäten

Beteiligung in Netzwerken

Qualifizierung / Weiterbildung / Supervision der haupt- und nebenamtlichen Beratung

Aktivitäten zur Qualitätsentwicklung des Programms
- Erhebungen zur Nutzung und Wirkung der Angebote durch die Kunden (z.B. Fragebögen / Interviews)
- Bewertung der eigenen Tätigkeit im Hinblick auf die Ziele

Auswertung und Aufzeigen des Weiterentwicklungsbedarfs
 


Für einen professionellen Standard der Qualitätsentwicklung sollten in der Evaluation darüber hinaus qualitative Aussagen gemacht werden u.a. zu

- den Standards der Dienstleistung und Angebote,
- den Ansatz in der Beratung bzw. das Beratungskonzept,
- den Ergebnissen, die in der Suchtprävention und Suchthilfe im Zeitraum erreicht wurden,
- dem Grad der Zielerreichung, dem Verhältnis von Aufwand und erreichtem Ergebnis,
- der Einschätzung der Stärken und Schwächen des Suchtpräventionsprogramms,
- der Kooperation mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz, dem BEM-Team, der Gesundheitsförderung, der Personal- und Organisationsentwicklung, den Interessenvertretungen,
- dem Beitrag, den die Suchtprävention und Suchthilfe zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement leistet,
- den Ansatzpunkten für die Weiterentwicklung des Programms und
- den dafür notwendigen Ressourcen.
 


Dokumentation und Evaluation sollten dem Umfang und den Aufgaben der Einrichtung zur betrieblichen Suchtprävention angemessen und wirtschaftlich plausibel sein.
 


Die Ergebnisse der Evaluation sollten im Sinne eines kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozesses neue Ziele und Maßnahmen der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe einfließen. Aufgabe des Arbeitskreises / Steuerungsgremiums ist es, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen zur

- Weiterentwicklung der Präventions- und Hilfekonzepte und die Einbindung in das BGM
- Aktualisierung des Suchtpräventionsprogramms, ggf. auch der BV/DV
- Festlegung der Ziele für den nächsten Zeitraum und die dafür erforderlichen Schritte und Ressourcen.
 

Quelle: Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011): Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis. S. 108 und 109